Wir in Indonesien - 2009

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Berichte 2008

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Winter in Deutschland 2009Dezember 2009: Deutschland

Nach dem Ende des Semesters (mit den schriftlichen Prüfungen) und mit dem Beginn der Semesterferien sind wir zu unserem ersten Heimaturlaub nach Deutschland aufgebrochen: Wer konnte schon ahnen, dass wir in einen der malerischsten, aber auch kältesten Winter seit Jahren heimkehren! Die 45° C Temperaturunterschied waren nicht nur für Noah ein Schock! Trotzdem war es wunderschön, die Familie (besonders die Omas und Opas hatten sich sehr auf Noah gefreut!) und unsere Freunde in Königswinter, Saarbrücken, Heidelberg und der Schweiz zusehen. Immerhin zwei Pannen bescherten uns die Schneemassen: Thomas hätte beinahe ein Gespräch bei der VEM in Wuppertal verpasst, weil der Zugverkehr zusammengebrochen war, und beim Heimflug startete unser Flugzeug mit drei Stunden Verspätung wegen Eis und Schnee.

Foto: Winter in Königswinter © Bergholz 2009


November 2009: Jakarta und SiantarJakarta

Eigentlich gehört noch zum Oktober, dass Thomas auf einem Symposium zum 75jährigen Bestehen der STT (Theologischen Hochschule) in Jakarta war. Besonderes interessant war, neben den Fachgesprächen und Kontakten mit indonesischen und deutschen Kollegen, auch der Abschlussgottesdienst in einer stark von der Kultur amerikanischer TV-Gottesdienste geprägten modernen "Wohnzimmer"-Kirche: Nicht nur die Einrichtung mit Teppichboden und Sofas und die Technik (der Gottesdienst wurde live per Videotechnik auf drei Großbildschirme projiziert), sondern auch der Verlauf und die Art der "Liturgie" waren vom Fernsehen vorgegeben: Es gab keinen Liturgen, sondern einen Moderator, Musik kam teilweise vom Band und sogar ein Ansager aus dem "Off" sprach manchmal.

Deutschunterricht


In Siantar neigt sich langsam das 2. Semester 2009 dem Ende zu. Regina ist neben ihrem offiziellen Englischkurs an der Hochschule nun auch als Deutschlehrerin gefragt. Eines unserer beiden Büros haben wir als Mini-Klassenzimmer eingerichtet, wo sie mehreren Studenten privat (und ehrenamtlich) Deutschunterricht erteilt.

Fotos: Kirche in Jakarta (rechts),
Regina mit Deutschschülern (links). © Bergholz 2009 


ReginaOktober 2009: Siantar

Der Oktober beginnt mit vielen Aktivitäten: Regina wurde von der benachbarten Erziehungswissenschaftlichen Fakultät der Nommensen-Universität als Festrednerin zu deren "Graduation Day" eingeladen.
Demo
Am selben Tag fand eine Demonstration der Student/innen auf dem Campus der STT statt: Die Studenten beklagen sich u.a. über die Lebens- und Studienbedingungen, die miserable Ausstattung der Bibliothek, intransparente Mittelverwaltung sowie etliche Unklarheiten im Lehrplan. Die Demo selbst war eine typische Batak-Veranstaltung mit traditioneller Musik und Tanz!

Fotos:
links: Regina im Talar als Mitglied der Theologischen Fakultät;
rechts: Studenten-Demo auf dem Campus der STT. © Bergholz 2009



3.10. - Aktuell: Erdbeben in Zentralsumatra


Am 30.9. und am 1.10. erschütterten zwei Beben der Stärke 7,6 und 6,9 die Region um die Stadt Padang in Zentralsumatra. Die Stadt Padang ist offenbar von schweren Zerstörungen betroffen, und die Zahl der Todesopfer liegt derzeit bei mehreren hundert, wird aber vermutlich noch erheblich ansteigen.

Wir selbst haben von den Beben nichts mitbekommen, keine Erschütterungen gespürt und auch sonst nur das gehört, was in den deutschen Medien zu erfahren ist. Es geht uns gut und hier ist alles in Ordnung. Padang ist von Siantar mehr als 600km Luftlinie entfernt, also etwa so weit wie Hamburg von München. Zum Vergleich: Von Padang nach Singapur sind es nur knapp 400km Luftlinie.

Die VEM hat mittlerweile 100.000 Euro für Nothilfe bereitgestellt, die in Form von Nahrung, Medikamenten, Decken, Zelten u.ä. über die lokalen Kirchen an die Opfer weitergegeben wird.
 Nähere Informationen und ein Spendenkonto sind hier zu finden.
 

September 2009: Siantar und Perdagangan

Im September gab es gleich mehrere Ereignisse: Zuerst wurden wir (als Familie) offiziell "ge-ulost". Jeder, der schon mal bei den Batak war, weiß, was damit gemeint ist: Die Übergabe eines Ulos, eines traditionellen, handgewebten Tuches (als Sarong oder Schultertuch zu tragen) als Zeichen der Gastfreundschaft und des Willkommens.

GraduationDanach war "Graduation Day" - auch in Deutschland kommt ja der alte Brauch langsam wieder zurück, den erfolgreichen Absolventen ihre Zeugnisse in einer angemessenen Feierstunde zu überreichen, und nicht, wie es in Deutschland nach der Studentenrevolte lange Jahrzehnte üblich war, die Urkunden per Post zuzuschicken oder quasi auf dem Flur mit einem feuchtwarmen Händedruck. Der ganze Lehrkörper und alle Absolventen erschienen im Universitäts-Talar, der mit rotem Samt bestickt ist: Rot als Fakultätsfarbe für die Theologie kommt aus dem angelsächsischen Bereich, in Deutschland ist die Theologie traditionell violett. Die Ärmelstreifen deuten auf den akademischen Grad des Trägers hin: 1x für Baccalaureus, 2x für Magister, 3x für Doktor.

Perdagangan2
Perdagangan1Schließlich waren wir zum jährlichen "Olob-Olob"-Fest der Simalungun-Kirche (GKPS) in Perdagangan eingeladen. Teil des zweistündigen Gottesdienstes anlässlich des Gedenktages der Ankunft der ersten deutschen Missionare (im Jahr 1905) waren auch traditionelle Tänze. Frauen und Männer tragen die typischen traditionellen Gewänder und Kopfbedeckungen.
Fotos: © Bergholz 2009


August 2009: SiantarIndependence Day

Am Nationalfeiertag, dem 17. August, fand auch auf dem Campus der STT die obligatorische Feierstunde mit Fahnenzeremoniell statt - durchaus befremdlich für deutsche Augen: Marschierende Theologiestudenten und -studentinnen in Uniform, die Nationalhymne und andere Freiheitskampflieder schmetternd. Rektor Dr. Lumbantobing hielt eine kleine Ansprache, in der er auf die in der Verfassung verankerte, offizielle Staatsphilosophie, die Pancasila, hinwies, die religiöse Toleranz, Gleichheit und soziale Gerechtigkeit für alle Völker in Indonesien garantiert.
Foto:  © Bergholz 2009


Juli 2009: Siantar

Nach dem Ende des Semesters im Juni 2009 wurde es erst einmal etwas ruhiger für uns. Wir bekamen den ersten Besuch von unserer Familie aus der Heimat, mit dem wir eine kleine Tour durch das Karo-Land und an den Toba-See unternahmen.

Sommerkurs 2009Im Juli warf das neue Semester schon seine Schatten voraus. Regina begann ihre Lehrtätigkeit, zunächst mit dem dreiwöchigen Sommerkurs für die Erstsemester: Gemeinsam mit Marion und Mark Schubert und Rosemary Winderlich, ehrenamtlichen Lehrern aus Australien, unterrichtet sie drei Stunden Englisch täglich für die 80 Neuankömmlinge.

Foto: Regina, Rosemary Winderlich, Mark und Marion Schubert (v.l.n.r.) Foto: © Bergholz 2009



Mai 2009: MedanPaulus-Seminar Medan

Am 23. Mai fand in Medan ein gemeinsames Seminar der Sumatra-Sektion der Vereinigung der Evangelischen Kirchen Indonesiens (PGI) und des röm.-kath. Erzbistums Medan zum Thema "Paulus" statt. Dr. Paulus Toni Tantiono OFMCap von der kath.-theol. Hochschule (STFT) in Pematangsiantar referierte zum Thema "Leben und Mission des Apostels Paulus", Thomas sprach über "Theologie und missionarischer Anspruch des Apostels Paulus in der evgl. Kirche". 

Zuvor, am 14. Mai, hatte Noah seinen ersten Geburtstag in kleiner Runde mit unseren deutschen Freunden aus Siantar gefeiert. 

Foto: Marihot Simanjuntak


Dr. MwombekiApril 2009: Siantar

Vor und nach unserem Urlaub gab es in Siantar zwei Feierlichkeiten: Zum einen den 175. Geburtstag des deutschen Batak-Missionars Dr. Ludwig Ingwer Nommensen, zum anderen den 31. Jahrestag der Gründung der Hochschule. Zu beiden Anlässen gab es offiziellen Besuch aus Deutschland: Dr. Uwe Hummel von der VEM hielt den Festvortrag über Nommensen, außerdem waren zwei Urenkelinnen Nommensens auf Einladung der HKBP nach Sumatra gekommen. 

Zum Jahrestag der Hochschulgründung gab es einen Gastvorlesung mit Dr. Fidon Mwombeki, dem Generalsekretär der VEM. Das Foto zeigt links Rektor Dr. Darwin Lumbantobing, rechts Vizerektor Colan Pakpahan und in der Mitte Dr. Fidon Mwombeki bei der traditionellen "Ulos"-Zeremonie, dem Überreichen des bunten, handgewebten Schals.

Foto: Bergholz © 2009


März 2009: Siantarburning waste

Wir haben schon kurz über das Müllproblem gesprochen. Derzeit ist der Campus mit seinen über 400 Bewohnern an kein Müllsystem angeschlossen, weil die städtische Abfallentsorgung schlicht zu teuer ist. Das wiederum bedeutet, dass jeder, die Student/inn/en in den Ashramas und die Dozent/inn/en in ihren Privathäusern, seinen Müll täglich im Garten verbrennt. Die Garten- und Küchenabfälle (Laub, Äste etc., die in den Tropen in großen Mengen anfallen) sind dabei noch das geringere Problem. Das Hauptproblem ist der moderne Zivilisationsmüll in Gestalt von Plastik: Täglich ziehen giftige Schwaden über den Campus. 

waste managementMit Hilfe von Dr. Lea Jellinek von der Monash University (Australien), die vor einigen Jahren schon ein ähnliches Projekt in Yogyakarta durchgeführt hat, haben wir nun Folgendes vorgeschlagen: Der Müll wird getrennt in vier Kategorien (Plastik, Papier, Metall/Glas und Kompost). Alles Kompostierbare wird kompostiert, d.h. vergraben (wegen des Klimas und der heimischen Fauna kann der Kompost nicht wie in Europa einfach offen liegen bleiben). Die drei anderen Teile sollen gereinigt, gesammelt und - verkauft werden! Denn natürlich gibt es hier private Recycling-Unternehmen, die saubere und sauber getrennte Verpackungen u.ä. abholen und auch dafür einen gewissen Marktwert bezahlen. Anstatt also für die Müllentsorgung auf die städtische Müllkippe Geld zu bezahlen, wollen wir mit einem (halbwegs) vernünftigen Recycling sogar noch Geld verdienen. Wir sind sehr gespannt, ob dieses Konzept in die Tat umgesetzt werden kann. 

Fotos: Bergholz © 2009


März 2009: Siantar und Toba-See

EinweihungNun ist die erste Hälfte des ersten Semesters schon fast vorüber: Übernächste Woche gibt es Osterferien, die wir wohlverdient genießen werden. Die Vorlesungen sind schon zur Routine geworden. Am 13. März hatten wir eine kleine Einweihungs- und Einzugsparty für die Kolleginnen und Kollegen sowie unsere deutschen Freunde in Siantar. 

Einige Wochen zuvor hatten wir am Toba-See, wo wir wegen der kühlen Luft oft die Wochenenden verbringen, Lea Jellinek und Ed Kiefer, zweiLake Toba Umweltspezialisten aus Australien, kennengelernt. Sie waren so etwas wie der letzte, fehlende Anstoß, das derzeit wohl drängendste Problem auf dem Campus anzugehen: Die Müllentsorgung. Nach sehr positiven Vorgesprächen mit Dr. Lumbantobing und dem Vizerektor Pakpahan starten wir jetzt so etwas wie ein Modellprojekt - wir sind sehr gespannt, was daraus wird!

Der Toba-See ist dabei das verbindende Glied für fast alle Ausländer, die in Sumatra leben: Es ist einfach traumhaft dort, ein unentdecktes Urlaubsparadies - allerdings mit einer noch ausbaufähigen Infrastruktur.

Fotos: Bergholz © 2009. Links oben: Thomas bei der Einweihungsfeier des Hauses. Rechts: Lake Toba.


Januar 2009: SiantarDarwin Lumbantobing

Anfang Januar begann das neue Semester.  Nach einem Empfang für alle Mitarbeiter der Hochschule fand ein paar Tage später der Semestereröffnungsgottesdienst statt. Bei beiden Gelegenheiten musste Thomas ein paar offizielle Worte sprechen, was unsere Indonesisch-Kenntnisse auf die erste Bewährungsprobe stellte - allerdings hatten wir ja schon mehrere Wochen zuvor begonnen, uns durch das tägliche Leben zu schlagen. Die Vorlesungen beginnen erst nächste Woche, so dass wir noch eine Woche Schonfrist haben.

Siantar Jan 2009So langsam normalisieren sich die übrigen Verhältnisse ebenfalls. Regina hat ein Auto gekauft (überhaupt ist sie ja seit letztem Sommer unsere professionelle Autohändlerin). Endlich ist auch der Container aus Deutschland angekommen, und auch die restlichen Möbel fürs Haus trudeln nach und nach ein. Es wird langsam richtig wohnlich!

Fotos: Bergholz © 2009. Rechts: Rektor Dr. Darwin Lumbantobing bei der Semestereröffnung


Alle Texte und Bilder: © Bergholz


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